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Die Schilling Roofbar in der Alten Glockengießerei 9 ist kein Ort, an dem man zufällig landet. Wer den Aufzug in den 7. und 8. Stock nimmt, entscheidet sich bewusst für einen Abend über den Dächern Heidelbergs. Meine Frau und ich waren am vergangenen Donnerstag dort – mit Reservierung, was sich als sinnvoll erwies. Gerade am Abend füllt sich die Rooftop-Bar spürbar.

Schilling Roofbar (Nikkei Sushi & Modern Cocktails) | Alte Glockengießerei 9 7. und 8. Stock, 69115 Heidelberg | 4,7/ 5 Sterne bei 1154 Rezensionen | auf Instagram | Tisch reservieren & Menü anschauen

Geparkt haben wir unterhalb der Stadtbücherei. Von dort sind es kaum drei Minuten zu Fuß. Wichtig zu wissen: Zu Fuß gelangt man nur bis in den 6. Stock, der Aufzug ist also nicht optional, sondern notwendig – auch beim Verlassen der Location.

Als wir gegen 19 Uhr ankamen, war es bereits dunkel. Der Himmel klar, die Stadt darunter in Licht getaucht. Die Aussicht ist kein beiläufiges Detail, sondern Teil des Konzepts. Es geht weniger um das einzelne Gebäude, mehr um die Atmosphäre eines urbanen Panoramas. Gerade in der dunklen Jahreszeit entsteht so eine ruhige, fast filmische Stimmung. Im Sommer dürfte der Ausblick noch einmal anders wirken – ein weiterer Besuch ist daher bereits eingeplant.

Stilvoll inszeniert – mit kleinen Abstrichen

Das Interieur ist modern und klar gestaltet. Warme Lichtakzente, stilvolle Materialien, eine offene Bar im siebten Stock. Man fühlt sich schnell wohl, ohne dass der Raum überladen wirkt. Gleichzeitig zeigt sich bei voller Auslastung eine Schwäche - vor allem im achten Stock, wo wir unseren Platz gefunden haben. Wenn alle Plätze besetzt sind, wird es dort spürbar enger. Gespräche bleiben möglich, doch selbst bei geringerer Auslastung war die Hintergrundmusik stellenweise etwas zu präsent.

Butterfly Fizz und Crodino Sour

Der Blick in die offene Küche, in der die Sushi-Meister arbeiten, schafft Transparenz. Handwerk wird sichtbar. Das passt zur inhaltlichen Ausrichtung: japanisch-peruanisches Sushi, also Nikkei-Küche, kombiniert mit kreativen Cocktail- und Mocktailvariationen.

Wir entschieden uns für das „Niji Set“ mit 45 Stück. Enthalten waren unter anderem Tataki Gyu, Sunomono, verschiedene Uramaki-Variationen wie Chicken Teriyaki, Amai Tuna und Nikkei Salmon, dazu Nigiri Spicy Salmon sowie klassische Hosomaki mit Gurke und Oshinko.

Auffällig war, dass hier nicht auf Standard-Sushi gesetzt wird. Die Kombinationen wirken durchdacht, teils mutiger, ohne beliebig zu sein. Typisch für die Nikkei-Küche sind dabei bewusste Kontraste – süß trifft scharf, Säure trifft Umami –, die hier sauber ausbalanciert umgesetzt werden.

Blick auf das Niji-Set

Besonders der Sunomono-Salat – Wakame, Gurke, Sesam, Soja – brachte Frische und Leichtigkeit ins Menü. Das Tataki Gyu mit hausgebeiztem Rinderrücken, Teriyaki und Chimichurri setzte einen würzigeren Kontrast und ergänzte das Set sinnvoll. Insgesamt ist die Portionsgröße großzügig. Das Niji-Set macht satt. Sollte etwas übrig bleiben, wird es unkompliziert eingepackt.

Textur, Balance und ein klarer Anspruch

Ergänzend dazu fiel die Textur einzelner Komponenten positiv auf. Röstzwiebeln etwa sorgten für einen klaren Crunch und setzten bewusste Kontraste zu den weichen Elementen. Das panierte Hähnchen brachte zusätzliche Struktur ins Spiel und vermittelte ein rundes Mundgefühl, ohne zu dominieren. Der Fisch wirkte sehr frisch, hatte einen angenehmen, klaren Geschmack und zerging nahezu auf der Zunge. Gerade im Zusammenspiel aus Knusprigkeit, zarter Textur und aromatischer Balance entstand eine stimmige Kombination, die über reinen Sättigungseffekt hinausging.

Bei den Getränken wählten wir bewusst alkoholfreie Varianten. Der „Butterfly Fizz“ mit hausgemachtem Butterfly-Pea-Tea-Sirup, Limette und Rosenlimonade wirkte floral und leicht. Der „Crodino Sour“ – Crodino, Zitrone, Zucker, Eiweiß – überraschte mit einer bittersüßen Note. Crodino erinnert geschmacklich an Aperitif-Klassiker wie Aperol oder Campari, kommt jedoch ohne Alkohol aus. Beide Mocktails waren sauber komponiert und optisch ansprechend angerichtet.

Was gehört sonst noch zum Wohlfühlen? Der Service agierte aufmerksam und freundlich. Fragen zu Zutaten oder Kombinationen wurden ruhig und sicher beantwortet.

Ein Abend-Ausflug für den man sich bewusst entscheidet

Preislich bewegt sich die Schilling Roofbar im oberen Segment. Das ist transparent kommuniziert und online einsehbar. Man kommt nicht für ein schnelles Abendessen, sondern für einen bewusst geplanten Abend. Qualität, Lage und Konzept rechtfertigen die Positionierung.

Am Ende bleibt der Eindruck eines durchdachten Rooftop-Erlebnisses. Stilvolles Ambiente, hochwertiges Sushi mit Nikkei-Einflüssen, kreative Drinks und eine klare urbane Perspektive über Heidelberg greifen ineinander. Kleine Abstriche bei Enge und Lautstärke ändern wenig am Gesamtbild.

Die Schilling Roofbar eignet sich besonders für ein Date oder ein Treffen mit Freunden, bei dem der Rahmen ebenso wichtig ist wie das Essen selbst.

*Hinweis: Die Schilling Roofbar hat uns zum Kennenlernen eingeladen. Unsere Eindrücke und die Bewertung basieren dennoch vollständig auf unserer eigenen, unabhängigen Meinung.

Sebastian, Gründer von Heidelberg erleben

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