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The DJNGL in der Alten Glockengießerei 9 ist kein Restaurant, das man zufällig betritt und ebenso zufällig wieder verlässt. Es ist eher eines jener Lokale, die im Kopf bleiben, lange bevor man dort tatsächlich gegessen hat. Meiner Frau und mir ging es genau so. Bereits im vergangenen Sommer, beim Besuch der Schilling Roofbar, fiel der Blick vor Betreten des Aufzugs auf das Restaurant. Viel Grün, warmes Licht, eine gewisse Neugier. Nach der Winterpause und der Wiedereröffnung war klar: Jetzt ist der richtige Moment, dass wir einen Besuch abstatten.

The DJNGL • Fusion Kitchen (Brunch & Dinner) | Alte Glockengießerei 9 Erdgeschoss, 69115 Heidelberg | 4,8/ 5 Sterne bei 314 Rezensionen | auf Instagram | Tisch reservieren & Menü anschauen

Am vergangenen Samstagabend betraten wir das Restaurant mit einer gewissen Erwartung – und mit einer Reservierung, die sich als sinnvoll erwies. Es war gut besucht, aber nicht laut. Trotz voller Tische blieb der Raum angenehm ruhig, fast intim. Gespräche waren möglich, ohne gedämpfte Stimmen oder das Gefühl, Teil eines akustischen Gesamtbilds zu sein.

Die durchgestylte Dschungel-Atmosphäre wirkt vor allem abends: üppige Pflanzen, sanfte Lichtakzente, exotische Details. Man sitzt bequem, lehnt sich zurück und vergisst für einen Moment, dass man sich mitten in Heidelberg befindet. Ob der “Dschungel” dabei thematisch notwendig ist, spielt keine Rolle. Es fühlt sich stimmig an.

Der Service fügte sich unaufgeregt, aber präsent in dieses Gesamtbild ein. Freundlich, aufmerksam, immer ansprechbar, ohne zu häufig am Tisch zu stehen. Besonders positiv fiel auf, wie sicher und ruhig Rückfragen zu Zutaten oder Kombinationen beantwortet wurden. Gerade bei einer Küche, die bewusst mit ungewohnten Aromen arbeitet, schafft das Vertrauen. Ein kleiner Hinweis am Rande: An unserem Platz direkt an der Glasfront hätte es etwas wärmer sein dürfen – im Winter dadurch aber auch nachvollziehbar.

The DJNGL - eine Küche die zum Entdecken einlädt

Die Küche des DJNGL versteht sich nicht als klassisch, sondern als Einladung zum Entdecken. Das zeigt sich bereits bei den Getränken. Der Mocktail „Hakuna Matata“ startet süß, fast verspielt, bevor das würzige Ginger Beer die Führung übernimmt und Tiefe schafft. Kein gefälliger Drink, sondern einer mit Entwicklung. Der „Butterfly Fizz“ dagegen wirkt floraler, feiner, fast leichtfüßig. Ein Getränk, das nicht nur schmeckt, sondern auch duftet und neugierig macht.

Die Vorspeisen bestätigen diesen Eindruck. Safran-Aioli, Kimchi Pineapple Chicken und eine modern interpretierte Caprese lesen sich zunächst mutig. Auf dem Teller wirken sie überraschend klar. Süße, Säure, Schärfe und Cremigkeit sind präzise aufeinander abgestimmt. Nichts drängt sich in den Vordergrund, nichts bleibt beliebig. Hier geht es weniger um Effekte als um Balance – und die gelingt.

Bei den Hauptgerichten zeigen die Klassiker des Hauses, warum sie auf der Karte bleiben. Die Truffle & Cheese Spaghettini sind aromatisch, ohne zu beschweren. Die Trüffelsoße legt sich elegant um die Pasta und bleibt lange präsent.

Die Korean Spicy Duck Rosa bringt dann noch ein wenig mehr Spannung auf den Teller: eine Sous-Vide gegarte Ente, ein würziger, leicht scharfer Akzent und Textur durch den Pistazien-Mantel. Die dunkle Soße ist kraftvoll und zeitweise etwas dominant, überdeckt einzelne Komponenten leicht. Wer sie bewusster dosiert, findet jedoch schnell zurück zur gewünschten Balance.

Zum Abschluss überzeugten beide Desserts. Der „Brownie of the Gods“ ist intensiv, schokoladig und warm, ohne schwer zu wirken. Tonkabohne und Mokka verleihen Tiefe. Die Almond-Yuzu-Tarte setzt bewusst einen frischen Kontrast: Zitrus, feine Säure, süßes Mandelkaramell. Besonders angenehm war die kurze Erklärung des Service zur Yuzu – unaufgeregt, einladend, hilfreich.

Für diejenigen, die hier auch ein wenig auf dem Schlauch stehen: Yuzu ist eine asiatische Zitrusfrucht, die ursprünglich aus China stammt und heute vor allem in Japan und Korea verbreitet ist. Optisch erinnert sie an eine kleine, unregelmäßig geformte Grapefruit, geschmacklich liegt sie zwischen Zitrone, Mandarine und Grapefruit.

Am Ende bleibt das Gefühl eines sehr runden Abends.

The DJNGL ist kein Ort für Gewohnheiten, sondern für Neugier. Für Menschen, die sich auf neue Aromen und Kombinationen einlassen möchten, ohne dabei das Gefühl zu haben, kulinarisch belehrt oder überfordert zu werden. Die Küche spielt mit Kontrasten, bleibt dabei aber stets zugänglich.

Atmosphäre, Service und Speisen greifen sauber ineinander und ergeben ein stimmiges Gesamtbild, das über den reinen Restaurantbesuch hinausgeht. Wer sich darauf einlässt, erlebt nicht nur ein gutes Essen, sondern einen bewusst gestalteten Abend, der in Erinnerung bleibt.

Und wer den Abend noch weiterziehen lassen möchte, findet mit der Schilling Roofbar gleich darüber eine passende Ergänzung. Ein Abstecher, den wir uns fürs nächste Mal fest vorgenommen haben.

*Hinweis: The DJNGL hat uns zum Kennenlernen eingeladen. Unsere Eindrücke und die Bewertung basieren dennoch vollständig auf unserer eigenen, unabhängigen Meinung.

Sebastian, Gründer von Heidelberg erleben

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